Sauerkrautrisotto mit geräucherter Lachsforelle

Es war einmal ein Mann namens Otto, der liebte Risotto und heimlich die brünette Italienerin aus dem Nachbarhaus. Dieser machte er oft kleine Komplimente, die sie schüchtern annahm und ihn dafür immer wieder mit ihrem Lächeln verzauberte. Einmal schon hatte er sie auf ein Glas Wein ausgeführt. Der trockene Grillo für ihn, sie wünschte sich einen kräftigen Sizilianer und verschwand Kusshand-schwingend in der dunklen Nacht, nachdem der letzte Schluck des Rotweins ihre Kehle herunter geronnen war.

Zum Valentinstag wollte Otto endlich ein Zeichen setzen und kochen. Er entschied sich für seine Lieblingsspeise: Risotto, das würde auch der Italienerin gefallen! Zum Glück hatte er bei der letzten Food Assembly in seiner Nachbarschaft gerade eine frisch geräucherte Lachsforelle aus der Uckermarck gekauft. Regional war ihr wichtig, soviel wusste er schon. Ins Risotto noch etwas Sauerkraut, um die Kreation ungewöhnlich verführerisch zu machen. Mit Erfolg! Am „Berliner Tresen“ – dem Stromverteilerkasten vor der Tür des Spätis an der Ecke – erzählt man sich noch heute die Geschichte von Otto und seiner Liebe zum Risotto und der brünetten Italienerin.

Sauerkrautrisotto
für 2 Personen
180 g Risottoreis, am liebsten Carnaroli
2 EL Olivenöl
1 rote Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, gepresst
700 ml Gemüsebrühe
200 ml Roséwein
1 getrocknete Chili, wer es nicht so scharf mag entfernt die Kerne
150 g Sauerkraut
20 g Butter
50 g Parmesan
Salz, Pfeffer
1 kleine geräucherte Lachsforelle, enthäutet und filitiert, oder andere geräucherte Fischfilets

Regel No. 1: Risotto wie Köchin müssen zu gleichen Teilen mit Wein versorgt werden. Sobald diese Grundversorgung gesichert ist, kann es los gehen. Anders als Basmati- wird Risottoreis vor dem Kochen übrigens nicht gewaschen, was die anhaftende Stärke zerstören würde, die die Flüssigkeit bindet und für die richtige Konsistenz sorgt.

Zubereitung
Olivenöl in einem schweren Topf erhitzen. Risottoreis, Zwiebelwürfel und Knoblauch zugeben und glasig dünsten. Die Temperatur etwas reduzieren und den Reis mit so viel Gemüsebrühe und Rosé aufgießen, sodass er vollständig bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren und immer wieder Flüssigkeit nachschenken. Risottoreis ist sehr durstig und saugt alles äußerst gierig auf. Im Zweifel lieber ein Schlückchen Wein oder Brühe extra zum Reis geben.

Nach etwa 12 Minuten auf dem Herd das Sauerkraut und die getrocknete Chili einrühren und weitere 8 Minuten köcheln lassen. Sind die Reiskörner weich, aber haben noch etwas Biss, kommen Butter und Parmesan dazu. Alles gut verrühren und das Risotto noch etwa 5 Minuten bei abgeschaltetem Herd oder schwacher Hitze, falls es noch zu flüssig-schlotzig ist, ziehen lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken und das Sauerkrautrisotto auf tiefen Tellern verteilen. Obendrauf die geräuchterten Fischfilets legen und servieren. Schmeckt mit neuer und auch alter Liebe oder einfach so!

(Update) Wie Otto es beim nächsten Mal kochen würde: 1 Stangensellerie fein hacken und mit Butter und Parmesan kurz vor Schluss unter den Reis rühren. Die Stangensellerie gibt dem Gericht noch etwas mehr Frische und Knackigkeit und rundet die Säure des Sauerkrauts ab.

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