Next Organic 2016

Sie sind bunt und sie sind viele! Knapp neun Jahre nachdem hierzulande die Bionade-Biedermeier Zeit ausgerufen wurde, haben Limonaden und Saftmischgetränke weiterhin Hochkonjunktur. Wer die wohl alle trinken soll? Eine Frage, die ich mir alljährlich nach meinem ersten Rundgang über die Next Organic stelle. Ingwer, Zitrone, Chiasamen, bei Mondschein besungener Apfelsaft und jetzt auch Kombucha: Es gibt nix, was es nicht gibt. Die Next Organic, meine liebste Kulinarik-Messe und Trendplattform für nachhaltige Lebensmittel und Produzenten, fand am 22. und 23. Mai bereits zum vierten Mal statt und füllte diesmal eine der lichtdurchfluteten Hallen auf dem Gelände des ehemaligen Berlin-Dresdener Bahnhofs, der heutigen STATION-Berlin. Jede Messe hat ihre Themen und Schwerpunkte. Unter dem Motto „Was morgen kommt, entscheiden wir heute“, stachen in diesem Jahr besonders Algen und die steinzeitliche Ernährungsweise Paleo hervor. Mit Algen kann ich mich äußerst gut anfreunden und aus dem Paleo-Universum zumindest die leckersten Sachen herauspicken.

In dem Bugaloo Säften steckt das Obst von ungenutzten und vergessenen Obstbäumen. Einer meiner flüssigen Favoriten auf der Next Organic

Sehr umschwärmt war zum Bespiel der Brox-Stand, mit seiner Kollagen-strotzenden Knochenbrühe. Dafür werden Knochen von in Oberbayern beheimateten Bio-Wagyuu Rindern ziemlich lange in mit energetisiertem Quellwasser gekocht (nur das Beste, natürlich!;)). Die entstandene „Bone-Brox“ stärkt die Darmschleimhaut, Knochen und Gelenke, hemmt Entzündungsherde und macht Haut- und Haare schöner. Wunderbar! Was in New York schon läääängst ein Megatrend ist, soll nun auch in Berlin für Wirbel sorgen. Schon klar, warme Brühe ist ein Bauch- und Seelenschmeichler, und wer ist nicht schon alles mit Hilfe von Hühnerbrühe vom Krankenbett wieder auferstanden (der Obelix-Effekt!)?  Aufgeschlagen mit Ingwer und Butter schmeckt das Knochenelixier aromatisch-reichhaltig, milchig und sättigend. Bald schon soll es eine vegetarische Variante mit Heilpilzen geben und ab Herbst die eigene Verkaufsstelle. Dort kann man die Brühe dann nach eigenem Wunsch noch mit Gewürzen und Kräutern verfeinern lassen. Na dann prost!

„Noch ein Schlückchen?“ Danke an Claudia für’s Becher halten!

Chlorella Vulgaris 

Ein Löffelchen Chlorella Vulgaris würde die Brox-Knochenbrühe glatt noch gesünder machen! Die winzige Mikroalge (bedeutet frei übersetzt aus dem Lateinischen „kleines, frisches Grün“) ist im Wasser nur als seichter grüner Schleier zu erkennen. Aber nicht weggucken, denn auf die inneren Werte kommt es an! Und genau die wollen Cathleen und Jutta von Lüttge Alge groß herausbringen. Keine Pflanze hat mehr Chlorophyll als die Chlorella Vulgaris. Chlorophyll ist das Farbpigment, das Pflanzen ihre grüne Farbe verleiht. Im menschlichen Körper wirkt es entgiftend und stärkt die Abwehr. Weiterhin steckt ein ausgesprochen hoher Protein-, Vitamin B12 und Mineralstoffgehalt in den grünen Mini-Algen und viele für den Menschen wichtige Nährstoffe. Lüttge Alge möchte die Chlorella aus dem dichten Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel rauf auf die große Bühne der gesunden Lebensmittel hieven und braucht dabei ein wenig Unterstützung. Ihr erstes Lebensmittelprodukt ist die Lüttge Algenperle, liebevoll auch Algenkaviar genannt. Knapp 16.000 Algen stecken in einer einzigen Perle, von der ich auf der Next Organic gleich einen großen Löffel voll probieren durfte: In der Geschmacksrichtung Heidelbeere schmecken sie wunderbar fruchtig, frisch, grün lecker. Die Algenperle ist das i-Tüpfelchen auf Suppen, Salaten, herzhaften Hauptspeisen und sogar auf Desserts. Angebaut wird die Alge übrigens in Vechta, südöstlich von Bremen. Das garantiert kurze Transportwege und spart jede Menge CO2. Noch bis Anfang Juli läuft die Startnext-Kampagne zur Realisierung der Produktion der Algenperle im großen Maßstab. Ich bin Fan und freue mich auf mein erstes Gläschen!


Conflictfood – Safran aus Afghanistan 

Safran, das wertvollste Gewürz der Welt, wird aus den Blütenstempeln einer Krokusart mit violetten Blütenblättern gewonnen. Safran duftet süß, aromatisch-würzig und auch ein wenig bitter. In Speisen werden die getrockneten Stempel sehr sparsam angewandt. Sie verleihen diesen eine wunderschöne orangegelbe Farbe und den einzigartigen Safrangeschmack. Safranfarben und einladend, leuchtete auch der Stand von Conflictfood auf der Next Organic. Salem El-Mogaddedi und Gernot Würtenberger sind so etwas wie moderne Gewürzhändler, ihre Mission aber ist eine ganz besondere! Die beiden reisen in Krisenregionen, um Bauern und kleinen Kooperativen Gewürze, Öle und Trockenobst direkt und fair abzukaufen und nach Deutschland zu importieren. Ihren Partnern schaffen sie mit einer langfristigen, wirtschaftlichen Zusammenarbeit eine friedliche Perspektive. Ihr erstes Produkt ist Safran aus Afghanistan, der westlich der Stadt Herat von einer Frauenkooperative angebaut wird, die vorher Schlafmohn für die Heroinherstellung auf ihren Feldern pflegte. Ein Teil des Erlöses geht zurück ins Krisengebiet und unterstützt Bildungseinrichtungen vor Ort. Als nächstens wird es ein Olivenöl aus Palästina geben. Ein Röhrchen des Safrans habe ich auf der Messe gekauft und hoffe, hier bald ein spannendes Rezept präsentieren zu können.


BRLO Brwhouse

Zum Abschluss noch ein Besuch bei alten Bekannten. BRLO! Mein erstes Pale-Ale mit dem lustigen Namen (sprich Ber-lo) probierte ich 2014 auf einer Messe. Seit dem ist einige Zeit vergangen und das sympathische Berliner Craft-Beer Start-up ganz schön erwachsen geworden. Mit dem German IPA ist seit ein paar Wochen das fünfte Bier auf dem Markt und aktuell entsteht am Gleisdreieck zwischen U-Bahn und Gleisdreick-Park das temporäre BRLO Brwhouse, eine Mischung aus Brauerei, Restaurant und Biergarten. Das Brwhouse ist nicht einfach nur ein Gebäude, sondern besteht aus Überseecontainern. Wirklich nicht zu übersehen! Los geht es im Baustellen-Betrieb bereits am 10. Juni pünktlich zur Fussball-EM. Und dass das BRLO Brwhouse entlang meines Heimwegs vom Büro liegt, ist gewiss kein Zufall! 😉

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1 Kommentare

  1. Beeindruckend zu sehen, wieviele finanzielle Unterstützer sich dafür haben finden lassen. Crowdfunding ist und bleibt daher eine ganz tolle Finanzierungsalternative, die immer wieder genutzt werden sollte.

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