Weihnachtsstollen mit Marzipan

Huch! Während es hierzulande gerade hoch-modern ist Intoleranzen gegen dieses und jenes zu entwickeln, esse ich plötzlich Marzipan. Die zuckrig-süße Mandelmasse, die jahrzehntelang meine Hitliste der verschmäten Verzehrwaren angeführt hat, steckt nun sogar in meinem neusten Backwerk: Einem prallgefüllten Weihnachtsstollen mit ordentlich Butter und klitzekleinen Bierschwipps. Lecker!
Der Ursprung des „König der Weihnachtsbackwaren“ geht wahrscheinlich bis in heidnische Vorzeiten zurück. Ganz so reichhaltig bestückt wie heute war der Stollen damals ganz gewiss nicht.

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Weihnachtsstollen mit Marzipan
(für einen etwa 45 cm langen Stollen)
500 g Weizenmehl, Typ 550
100 ml Bier oder Milch, lauwarm 
42 g Hefe, frisch, 1 Würfel
270 g Butter, sehr weich
60 g braunen Zucker
Mark von einer Vanilleschote
1/2 TL Salz
1/2 TL Zimt
100 ml Rum
160 g Korinthen
80 g Orangat
2 EL Zitronenschale, frisch gerieben
100 g Mandelstifte
80 g Pistazien
200 g Marzipan
50 g Butter, zum Bestreichen
2 EL brauner Zucker, zum Bestreuen
Puderzucker zum Bestreuen

Korinthen in eine Schüssel geben, mit dem Rum übergießen und abgedeckt 24 Stunden ziehen lassen. Am Backtag das Mehl in eine Rührschüssel geben und eine Mulde mittig ins Mehl drücken. In die Mulde die Hefe bröseln, lauwarmes Bier oder Milch dazugeben und vorsichtig zu einem weichen Vorteig anrühren. Den Vorteig mit etwas Mehl vom Schüsselrand bedecken und im Heizungsnähe etwa 30-40 Minuten gehen gelassen. Das Volumen muss sich deutlich vergrößert haben.

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Wenn der Vorteig aufgegangen ist, die weiche Butter, Zucker, Vanillemark, Salz, Zimt, Orangat, Zitronenschale, Korinthen, Mandeln und Pistazien dazugeben und einen Stollenteig kneten, der anschließend etwa 30 Minuten gehen muss. Marzipan zu einer Rolle formen und nach der Gehzeit beim Formen des Stollens mittig einschlagen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und den Stollen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Ein Stück Alufolie (etwa 80 cm) der Länge nach zu einem etwa 3 cm breiten Streifen zusammenrollen und diese „Aluwurst“ um den Stollen herum legen. Die Barriere verhindert das Auseinanderlaufen des schönen Stollens.

Eine mit Wasser gefüllte feuerfeste Schale unten in den Backfen stellen und den Stollen auf eine der darüber liegenden Etagen in den Ofen schieben. Die Temperatur sofort auf 170 Grad reduzieren und den Stollen etwa 55 Minuten backen. Ich habe nach etwa 40 Minuten lose einen Streifen Backpapier aufgelegt, um die Hitze von oben und damit das Bräunen ein wenig abzumildern.

Den fertig gebackenen Stollen mit flüssiger Butter bestreichen und zuckern. Warm ist der Stollen noch sehr zerbrechlich, vor dem Verpacken daher vollständig auskühlen lassen. Den erkalteten Stollen dick mit Puderzucker bestreuen und zum lagern verpacken. Bei uns kommt der Stollen in Alufolie und dann in eine große Box.

Es soll ja Menschen geben, die Stollen mehrere Wochen durchziehen lassen. Für uns ist das nicht zu schaffen und daher völlig indiskutabel. Der Stollen schmeckt sofort aber auch noch nach 4 Wochen, sollte er diese lange Zeit überleben…

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