Berliner Bier-Adventskalender #2: Chaos im Glas

Chaos“ ist nach eigenen Angaben die Spezialzutat des Spent Brewers Collective aus Friedrichshain, von dem das zweite Bier in unserem Adventskalender stammt. Das Braukollektiv pflegt eine aufrührerische Attitüde und lehnt zum Beispiel das Reinheitsgebot grundsätzlich ab. Eine Haltung, die bei uns durchaus auf Zustimmung stößt: Schließlich erscheint es ziemlich unsinnig, dass etwa das Red Oat Ale laut Brauverordnung eigentlich nicht „Bier“ heißen darf, nur weil es neben Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe auch Haferflocken enthält. Gegen das Reinheitsgebot zu sein heißt im Fall von Spent nicht, dass die antiautoritären Wanderbrauer keine hohen Qualitätsansprüche hätten. Auf ihrer Webseite versprechen sie, nur mit natürlichen Zutaten und nach veganen Maßstäben (ohne Gelatine-Filter etwa) zu brauen. Ihr Red Oat Ale beschreiben sie als Kreuzung klassischer britischer Ale-Rezepturen mit dem amerikanischen West-Coast-IPA-Stil. Wir finden, es ist ein charakterstarkes, rundes Ale mit pfeffrigem Noten. Schön, dass bei soviel Sendungsbewusstsein am Ende auch ein klasse Bier herauskommt! Zumindest mit der Brau-Revolution kann es so durchaus noch etwas werden.

#2: Spent Brewers Collective – Red Oat Ale

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Stil: Amber Ale, obergärig, kaltgehopft
Alkoholgehalt: 5,9 Prozent
Hopfensorten: Citra, Amarillo, Styrian Golding
Zusätze: Haferflocken und „Chaos“
Brauort: Brauhaus Südstern, Berlin-Kreuzberg (laut Spent-Webseite)

Aussehen: Farbe von cremigem Waldhonig, trüb, mit Rotstich, wenig heller Schaum, ein Hauch von Revolutions-Romantik auf dem Etikett (Herr D.: 9/10, Ms. Smámunir: 7/10)

Riecht nach: Rote Johannisbeere, Himbeere, Kornblumenhonig, Limette, Malz (Herr D.: 6,5/10, Ms. Smámunir: 7/10)

Schmeckt wie: getrocknete tropische Früchte, Datteln, Karamell, Kiwi im Abgang, Pfeffer auf der Zunge (Herr D.: 7/10, Ms. Smámunir: 8/10)

Gesamtnote: 7,4 von 10

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Alle Biere des Adventskalenders

#1: Heidenpeters India Pale Ale (German Style) & Kalender-Regeln (4,9/10)

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