Onkel Herbert

Onkel Herbert und das Freiheitsgebot.

Onkel Herbert ist Europäer: Erdacht in Düsseldorf und gebraut in Belgien als Berliner Weisse. So darf sich Onkel Herbert aber nicht nennen, denn das ist eine vom Berliner Brauerbund geschützte Bezeichnung, reserviert für regionale Mitglieder. Und hätte sich in Belgien nicht eine Brauerei bereit erklärt, Onkel Herbert zum Leben zu erwecken, wäre er wohl dazu degradiert worden, für immer und ewig den Namen “alkoholhaltiges, mit Hefe vergorenes Rhabarbermischgetränk“ zu tragen. Herrje, kompizierter geht’s kaum noch!

Nach dem Reinheitsgebot von 1516 darf sich Bier mit Fruchtzusätzen oder Gewürzen in Deutschland nicht Bier nennen. In Belgien ist das kein Problem und nach den Regeln der EU bleibt ein dort gebrautes “Bier” auch ein Bier, ganz gleich in welchem Land es verkauft wird. All diese Regeln machten Onkel Herbert zum Düsseldorf-Belgier mit Berliner Wurzeln, gebraut nach dem Freiheitsgebot.

Ich persönlich finde es nicht schlimm, wenn ein Bier neben Hopfen, Wasser, Malz und Hefe natürliche Zusätze enthält, die es noch spannender und für sich eben herausragend machen. Die deutschen Bierregeln sind da ganz schön antiquiert!

Nun zum Geschmack: Onkel Herbert hat ein großes Herz für Rhabarber, was ich schon mal sympathisch finde. Ins Glas eingeschenkt duftet er zitronig-hopfig, der Rhabarber ist im Hintergrund zu erschnuppern. Der erste Schluck ist erfrischend säuerlich, frisch und angenehm fruchtig (fruchtig ja, aber nein, nicht süß!). Die Kohlensäure prickelt und perlt fröhlich auf der Zunge und die 4,4% Alkohol sind trotz Sommerhitze sehr gut verträglich. Ich schmecke (Apfel-) Mostnoten, ein bisschen Witbier, helle Traubenlimo und einen kräftigen Schluck Malz in Richtung Abgang. Genau da kommt dann auch der Rhabarber ins Spiel und das nicht schüchtern, sondern intensiv und lecker. Der nächste große Schluck vom Onkel folgt zugleich…!


Süßkartoffel-Bohnen-Hummus

1 Dose weiße Bohnen
1 mittelgroße Süßkartoffel
1 Zwiebel
ca. 6-8 EL Tahini-Paste
2 Knoblauchzehen
Gemahlener Pfeffer und Meersalz, etwas Chili
Sesamsamen und Petersilie für die Deko

Süßkartoffel und Zwiebel schälen, würfeln und zusammen in einem Topf kochen, bis die Süßkartoffel weich ist. Bohnen abseihen, 2 EL von der Flüssigkeit aufbewahren. Gekochte Süßkartoffelwürfel, Bohnen, Tahini-Paste und Knoblauch mit dem Pürierstab oder der Küchenmaschine zu einer gleichmäßigen Creme verarbeiten. Den Hummus mit Pfeffer, Salz und etwas Chili abschmecken, Sesamsamen und gehackte Petersilie darüber streuen und servieren.

Zu Onkel Herbert und dem Hummus haben wir Ciabatta von Sironi, einen Salat aus Belugalinsen und Rote Beete und einen aus Tomate und Ei gegessen.

Danke an Herrn D. und Frau J. fürs fotografieren lassen und mitessen! 🙂

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