Fischlieferung!

Am Samstag vor 3 Wochen bin ich morgens besonders motiviert aus dem Bett gesprungen. Ich erwartete die Fischlieferung der Deutsche See und war schon ganz schön gespannt. Wie neulich bereits berichtet, hatte ich die Einladung angenommen, den neuen Fisch-Lieferdienst in Berlin zu testen. Terminiert war die Lieferung auf zwischen 12 und 14 Uhr und der Fisch war super pünktlich. Bereits um kurz nach 12 Uhr meldete sich der Fahrer telefonisch bei mir um die Lieferung meiner Bestellung in etwa 20 Minuten anzukündigen. Perfekt!

Ein zweites Mal klingeln musste der Fahrer übrigens gar nicht. Als der kleine Elektroflitzer vorfuhr, bin ich runter gelaufen um noch schnell einen Blick in den Kofferraum des Fahrzeugs zu werfen. Dieser ist nämlich zu einem Kühlschrank umgebaut worden. So schafft es der Fisch zu jeder Jahreszeit kühl und frisch zum Kunden.

image

Wer die Wahl hat, kann sich nicht entscheiden. Und so war mir, wie schon die Auswahl meiner Fischbestellung, die Zusammenstellung des Menüs für den Abend im Vorfeld echt nicht leicht gefallen: So viele Möglichkeiten! Ich habe mich schlußendlich für ein Fischmenü mit arabisch-indischen Einflüssen entschieden, das sich nachmittags leicht vorbreiten und abends im Beisein der Gäste einfach fertig zubereiten ließ.

Meine Fischbestellung umfasste:
– die im Februar noch erhältliche Skrei-Box bestehend aus 1 Skrei-Loin „Hickory“ und 4 Filetportionen frischem Skrei. Letzterer war übrigens der absolute Star des Abends. So unglaublich zart und lecker!
1 fangfrischen, ganzen Saibling.

Herrn D. und 2 lieben Freunden habe ich an dem Abend folgendes Fischmenü serviert:

image

Vorspeise: Würfel vom geräucherten Skrei auf Kichererbsenpüree, dazu Rote-Beete Salat mit Petersilie.

Für das Kichererbsenpüree: 1 Dose Kichererbsen, 1 Knoblauchzehe, 1-2 EL Tahinpaste und 1 EL bestes Olivenöl mit dem Stabmixer cremig pürieren. Mit 1-2 EL Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken und verrühren.

Für den Rote-Beete Salat: 3 Knollen gekochte Rote-Beete würfeln. Für das Dressing 1 TL süßen Senf, ½ TL Honig, 2 EL Olivenöl und 2 EL Balsamicoessig zusammenrühren. 6 Zweige Petersilie und ½ rote Chilischote fein hacken. Mit der Roten-Beete und dem Dressing in einer Schale vermengen und mit Pfeffer und Meersalzflocken abschmecken.

Pro Person 4 Würfel Skrei auf 3 EL Kichererbsenpüree setzen und mit roten Sprossenkeimlingen bestreuen. Den Salat daneben anrichten und auf den Salat ein paar helle Sprossenkeimlinge geben. Dazu gab es geröstetes Fladenbrot.

image

Zwischengang: Kurzgebratene Skrei-Loins und Belugalinsensalat mit Stangensellerie und Tomate.

Für den Belugalinsensalat: ¾ Tasse Belugalinsen in der zweifachen Menge Wasser etwa 25 Minuten kochen. 1 Zwiebel und 1 Stangensellerie würfeln, ½ Chilischote hacken, 1 Knoblauchzehe zerdrücken, 10 Kirschtomaten halbieren und 2 Frühlingszwiebeln in Scheibchen schneiden. Nun 1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Chili und ½ TL Madrascurry darin kurz anschwitzen. Stangensellerie und abgetropfte Linsen dazugeben. Nach etwa 3 Minuten die Tomatenhälften hinzufügen und erwärmen. Mit Balsamicoessig, Olivenöl, ein paar Spritzern Zitronensaft, Pfeffer und einer Prise Meersalzflocken abschmecken und mit den Frühlingszwiebelscheibchen dekorieren.

Die Skrei-Loins: Den Ofen auf 50°C vorwärmen und eine Platte hineinstellen. 2 EL Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Skrei-Loins 3 Minuten anbraten. Dabei die obere Seite pfeffern, die Loins dann wenden und weitere 2 Minuten braten. Währenddessen die andere Seite pfeffern, mit ein paar Meersalzflocken bestreuen und jeweils einen Hauch (Hauch!) gemahlene Bourbonvanillie darüber geben. Loins auf die vorgewärmte Platte legen und im Ofen etwa 4 Minuten ziehen lassen. Mit dem Belugalinsensalat anrichten und servieren.

image

Hauptgang: Zitronengespickter Saibling mit Garam-Masala, Spinat und kleinen Kartoffeln.

Für die Garam-Masalapaste: 4 EL Garam-Masala und 2 getrocknete Chili im Mörser zerkleinern. Mit 2-3 cm geriebenem Ingwer, 2 zerdrückten Knoblauchzehen, 150 g Naturjoghurt, 2 EL Ölivenöl, Pfeffer und etwas Salz zu einer glatten Paste verrühren.

image

Für den Saibling: Den Saibling mit Leitungswasser abbrausen und trocken tupfen. Aufgrund der Größe ist eine dritte Hand beim Abbrausen hilfreich. Beitseitig in die Haut je 4-5 schräge Taschen schneiden. Den Fisch großzügig mit der Masala-Paste einreiben, das Innere der Taschen und den Bauchraum nicht vergessen. Nun in die Hauttaschen jeweils eine halbe Zitronenscheibe stecken und den Saibling mit Alufolie einwickeln. Im Kühlschrank mindestens 2 Stunden marinieren. Den Fisch ca. ½ Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit 2 EL Olivenöl und Zitronensaft beträufeln. Im auf 180 °C vorgeheizten Backofen 25 Minuten garen. Wer mag, träufelt hinterher noch etwas Zitrone darüber.

Dazu gab es angeschwenkten Blattspinat mit Scharlotte und Knoblauch und kleine Kartoffeln. Die Kartoffeln hatte ich nach dem Kochen kurz in Olivenöl mit zerstoßenen Fenchelsamen in der Pfanne angebraten.

image

Nachtisch: Blutorangen-Semifreddo in Fischform.

Für das Semifreddo: Die Schale von einer Blutorange, 50 ml Blutorangensaft und 30 ml Whiskey mit 70 g braunem Zucker verrühren, bis sich der Zucker weitgehend aufgelöst hat. 200 ml Sahne sehr steif schlagen und das Blutorangen-Zucker-Gemisch gleichmäßig unter die Sahne ziehen. Die Creme in eine Schale füllen und mindestens 2 Stunden gefrieren lassen. Mit Blutorangenfilets servieren. Wer mag, trinkt ein Gläschen Whiskey dazu und einen starken Espresso hinterher.

image

So viel Fisch kann man auch zu viert kaum an einem Abend aufessen. Den übrig gebliebenen halben Saibling haben wir am darauffolgenden Tag mit Risotto gegessen und vom geräucherten Skreiloin im Laufe der Woche noch zu verschiedenen Gelegenheiten genascht.

Alle Fische waren frisch, ließen sich einfach lecker zubereiten und haben uns einen sehr schönen Abend beschert. Merci!

Die Inspiration für das Saiblingrezept und das Semifreddo stammt aus dem Buch Citrus, das ich an dieser Stelle noch einmal wärmstens empfehlen möchte.

Kommentar verfassen